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Die Buchbranche ist im Coronamodus

Die Buchbranche im Coronamodus: Die Buchläden sind (fast) überall geschlossen, Teile des Online-Handels liefern gedruckte Ausgaben von Büchern nur noch mit deutlich längeren Lieferzeiten an die Kunden – ausgenommen Kinder- und Lehrbücher.

Um die Kunden dennoch mit neuem Lesestoff zu versorgen und die Umsätze nicht komplett ins Bodenlose versinken zu lassen, ist die logische Konsequenz ist die Konzentration auf digitale Produkte und die damit verbundenen Prozesse. Dazu aus unserer Erfahrung und dem, was wir aktuell sowohl im Markt als auch bei unseren Kunden sehen, einige Tipps und Anregungen:

1. E-Book First

Einige Verlage verschieben ihre Novitäten in Sommer und Herbst. Was für die Printausgaben sicherlich eine sinnvolle Maßnahme ist, muss aber nicht für die E-Book-Ausgabe gelten. Wir beobachten eine verstärkte Nachfrage nach eReadern und digitalen Titeln. Die Menschen zuhause lesen gerne und viel. Hier ist es sinnvoll, die übliche Koppelung der Erscheinungstermine von Print-und E-Book-Ausgabe aufzulösen und die E-Books zum ursprünglich geplanten Zeitpunkt erscheinen zu lassen – auch wenn das gedruckte Buch erst später erscheinen sollte.

So generieren Sie nicht nur Umsätze, sondern schaffen gleichzeitig Sichtbarkeit samt Kundenrezensionen für die spätere Printausgabe. Und wem die digitale Version gefällt, wird sich die Druckausgabe mit Sicherheit als Geschenk für die Zeit vormerken, in der sich das Leben wieder normalisiert hat.

2. Schaffen Sie passende und kreative Produkte

In Zeiten geschlossener Schulen sind Lehrmaterialien und kindgerechter Lesestoffextrem begehrt. Unser Tipp: Schauen Sie in Ihre Backlist! Gibt es irgendwelche Titel, die dazu passen und die vielleicht noch nicht digitalisiert sind? Klar, manche Produkte, wie z. B. Schul-Arbeitshefte, lassen sich nicht sinnvoll in klassische E-Books im EPUB-Format konvertieren, aber als PDF-Ausgaben sind sie dennoch wertvoll und lassen sich kostengünstig erzeugen.

Eine andere Option sind neue Produkte, die Sie als Zweitverwertung bestehender Titel erstellen können. Also z. B. Sammelbände von E-Books, die sich z. B. über das Tool „Bundle Creator“ von readbox innerhalb weniger Minuten und mit minimalem Aufwand (neue Metadaten, neues Cover, 49 € Gebühr) vollautomatisch erzeugen lassen.

Seien Sie dabei kreativ: Haben Sie Reihen oder Serien im Programm? Oder thematisch gut zusammenpassende Titel? Mehrere Titel eines Autors? Sind bestimmte Figuren und Protagonisten Ihrer Bücher besonders beliebt? Schnappen Sie sich passende Bücher aus Ihrer Backlist und vermarkten Sie sie neu, bei vielen unserer Kunden hat sich dieses Vorgehen bewährt und sie erzielen damit erhebliche Zusatzumsätze. Und keine Sorge vor der Kannibalisierung der in den Bundles verwendeten Einzeltitel: Unsere Auswertungen zeigen, dass sich in den meisten Fällen durch das Bundle auch sie Sichtbarkeit der Teilbände erhöht und die Verkäufe davon sogar profitieren.

3. Aktualisieren Sie Ihre Metadaten

Passen Sie Ihre Metadaten an die aktuellen Bedürfnisse an. Prüfen Sie z. B. Ihre Keywords und Ihre Produktbeschreibungstexte, ob sich dort passende Begriffe oder Phrasen ergänzen lassen. Also Begriffe wie „Homeschooling“, „Lernen zuhause“, „Homeoffice“ usw. Aber bitte nicht inflationär, sondern nur bei den Produkten, wo es auch wirklich passt – sonst werten Sie die Begriffe durch die schiere Masse ab und die Suchergebnisse der Kunden in den Shops verlieren an Relevanz.

4. Pushen Sie Ihren eigenen Webshop

Amazon liefert Ihre physischen Bücher gerade nicht aus, aber Ihre eigene Lieferkette funktioniert? Dann weisen Sie Ihre Kunden auf Ihren Online-Shop hin! Via Newsletter, Social Media – das volle Programm. Wer jetzt eine gute User Experience im eigenen Shop bietet, hat eine hervorragende Chance, neue Kunden zu gewinnen und auch in Zukunft zu behalten. Ach ja, und verkaufen Sie auch die E-Book-Ausgaben als EPUB, MOBI und PDF über die eigene Website, dann hat der Kunde die volle Auswahl.

5. Nutzen Sie E-Book-Preisaktionen

Ja, ich weiß, einer der großen Händler der Branche hat die Verlage kürzlich gebeten, KEINE Preisaktionen für
E-Books durchzuführen, dass sei – ich zitiere „so als würde man aktuell Klopapier im Sonderangebot verkaufen“. Diese Äußerung zeigt, dass hier das grundlegende Prinzip einer Preisaktion nicht in Gänze verstanden wurde:

Während einer Preisaktion mit einem Titel mehr Geld zu verdienen als vorher, ist nur ein Teilziel. In erster Linie geht es darum, durch den reduzierten Preis mehr Sichtbarkeit zu erzielen, indem man in den Bestsellerlisten möglichst weit nach vorne rückt und die temporär günstigen Titel in diversen Marketingkanälen erwähnt und verbreitet werden. In der Folge wird der Titel dann zum Vollpreis häufiger verkauft als vor der Aktion. Die Summe dieser beiden Effekte macht den Erfolg einer Preisaktion aus. Der Vorwurf, man würde damit nur Preis von E-Books drücken, entbehrt also jeder Grundlage.

Achten Sie rechtzeitig vor dem Start der Preisaktion darauf, dass die vergünstigten Titel mit In-Book-Marketing-Anzeigen versehen sind, nur so geben Sie Lese-Empfehlungen aus Ihrem Verlag den Vorrang vor den Empfehlungen der Shops. Bei erfolgreichen Aktionen messen wir die höchsten Konversionsraten für In-Book-Anzeigen, was weitere Zusatzerlöse (zum Vollpreis) bringt.

#staysafe #stayhome