Der Mischer

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Nochmal mischen!
Irgendwo in der Masse um Ausdruck bemühter Gesichter muss Conner, im Ausschweif leerer Betrachtung, an einem ihn ansprechenden Reizmuster hängen geblieben sein. Überstürzt stand er auf und schob sich durch die eng gestellten Stühle in die Mitte des hell erleuchteten Gastraumes. Nur mühsam hielt er sich an der Stuhllehne aufrecht. Er war sternhagelvoll. ?Kennen wir uns?? ?Kann sein.? ?Dreifaltigkeit?, ihr Gesicht zierte ein verschmitztes Lächeln. ?Sie sind in bester Gesellschaft, wie mir scheint.? Conner musterte eine männliche Gestalt, die in Conners Augen nicht weit von ihrer Verdoppelung entfernt war, schütteres Haar über die kahle Stelle auf dem Kopf frisiert. ?Darf ich vorstellen: Hugo.? Die Hand Hugos schnellte aus den langen Ärmeln eines schwarzen Seidenhemdes vor. ?Was treibt Sie hierher?? ?Die Suche nach einem lang verloren geglaubten Traum und einer frischen Liebe?, lallte Conner und nahm Platz auf einem freien Stuhl. Die liebevollen Blicke Sabrinas warteten vergebens auf Erwiderung, Conner war in eine rauschbedingte Ohnmacht verfallen. ?Sabrina?, entfuhr ihm ein fast unhörbares Flüstern ...

aus "Conner 0.1"
von Oliver Knötig (Autor)

Eine Frau stand an einem Zebrastreifen, als ob sie schliefe, die Hände tief in den Taschen ihres Mantels vergraben. Ihr Schaal war hellblau und ihr Atem setzte sich in klaren, dichten Wolken wie Sprechblasen einer Comicfigur von ihrem Körper ab. Ich war am Leben. Jetzt. Hier. Die Stimme Yvonnes ließ mich hochschrecken. "Wir sind da!" An der Mülldeponie angekommen, wurden die Befürchtungen bittere Realität. Am Eingangstor wachte Personal darüber, was die Leute anschleppten. Die großen Container, die auf dem Gelände standen, waren nach Wertstoffen und Materialien sortiert. Von einer zugänglichen Verbrennungsanlage war erst einmal gar nichts zu sehen. Die Sache war zu riskant. Yvonne fuhr rechts ran. "Was jetzt?" "Keine Ahnung." Wir schwiegen eine Weile. Dann meinte Yvonne: "Auf jeden Fall habe ich Hunger." "Na gut. Lass uns erst mal was essen gehen." Wir einigten uns auf einen McDonald's in der Nähe. Das ging am schnellsten und war momentan die billigste Lösung. Wir reihten uns an einer der Bestellkassen in die Schlange ein, zwischen Menschen, bei denen mich immer der Eindruck beschlich, dass mit ihnen irgendetwas nicht stimmte ...

aus "Atmen ...jemand muss atmen"
von Stefan Kalbers (Autor)

"Es hält sich in Grenzen. ? Also los! Wir haben noch ein gutes Stück zu gehen. Je eher wir aufbrechen, desto besser." Er schaute an Richard vorbei auf Dominique, die vornüber gebeugt auf ihren Unterschenkeln saß. "Was ist mit Ihnen? Können Sie laufen?" "Oui, monsieur. Ce n?est pas de problème." "Gut. ? Richard, gib ihr deinen Pullover." Ihm war klar, dass das Kleidungsstück ihre Begleiterin nicht wärmen würde; es war tropfnass Wie zur Rechtfertigung fügte er hinzu: "Nur, um den Anstand zu wahren." Wortlos streifte sie den nassen Stoff über, verschränkte die Arme vor der Brust, um die kühlen Windstöße abzuwehren. "Sie sind hier in eine Sache hineingeraten", erklärte Ravenmoor nachträglich, "die sie nicht verstehen. Ich verspreche Ihnen jedoch, dass Sie wieder in Ihre Heimat zurückkehren werden." Er warf einen kurzen, aber vielsagenden Blick auf Richard. "Halten Sie sich an den jungen Mann, während ich den weiteren Weg auskundschafte." Richard zog die Augenbrauen zusammen und warf dem Höllenjäger einen ärgerlichen Blick zu, weshalb er ein spöttisches Lächeln erntete ...

aus "Vermächtnis der Höllenjäger"
von Des Romero (Autor)

"Soll das ein Kompliment oder eine Beleidigung sein?" Er nahm auf dem WC-Deckel Platz. "Scheiße, wir haben uns wie Tiere geliebt." Den Begriff "Liebe" wollte Mayra lieber außen vor lassen. Sie hatten miteinander geschlafen - nein, auch das klang nicht passend. Sie hatten gefickt, mehr nicht. "Ich muss unbedingt duschen", sagte sie, und als Nolan sich vom Klo erhob, um ihr zu folgen, fügte sie hastig hinzu: "Alleine." Als Mayra nach dem Duschen bleischwer ins Bett fiel, schnarchte Nolan schon laut. Ihr war das recht. Offensichtlich hatte auch er keine Lust, Arm in Arm einzuschlafen. Warum auch? Nur, weil sie einmal miteinander geschlafen hatten? Die Fronten waren geklärt, ohne darüber sprechen zu müssen. Sie fanden einander höchstens körperlich attraktiv. Von mehr konnte nicht die Rede sein. Bevor sie in der X-Box heiß gemacht wurden, hatten sie wenig Interesse aneinander gezeigt. Nolan hatte sie aus Verzweiflung angegraben, weil keine andere Frau zur Verfügung stand. Mayra legte sich auf die Seite, zog die Decke bis über die Schultern und schaute aus dem Fenster ...

aus "Lust"
von Cosette (Autor)

Nochmal mischen!