Der Mischer

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Nochmal mischen!
Sieh mich an, siehe wie mein Triebwerk in Gang kommt: sachte lauernd, bis ins Letzte konzentriert starre ich dich an. Willst du davonlaufen, weil du die Spannung nicht erträgst? Du bist gebannt vom Flüstern meiner Schritte; eingezwungen habe ich dich in deine verzagte Neugier. Du spürst den Stich in deiner Mitte. Du kannst mich nicht begreifen, und doch - dein Bauch weiß längst schon, was geschehen wird: ...

aus "Puppe, wo bleibt Mensch!"
von Zartelli (Autor)

Badezimmer geschickt, damit ich mir die Hän - de wasche. Als würde ich euer Haus be schmut - zen oder dich mit irgendwelchen Krankheiten anstecken! Und immer dein Ge tue, wenn du mir mit den Diktaten geholfen hast, als wäre ich dir zu ewigem Dank verpflichtet. Zum Kotzen war das!? ?Du kannst nicht bestreiten, dass ich dir geholfen habe. Dass das solche Spuren in deinem Gemüt hinterlassen hat, bestätigt meine Überzeugung, dass du eine von Grund auf verunsicherte und mit Komplexen durchsetzte Persönlichkeit bist. Musst du deshalb immer am lautesten schreien, Weidinger? Fürchtest du, dass man dich sonst übersehen könnte? Im Grunde bist du doch selbst davon überzeugt, nichts wert zu sein und unsichtbar zu sein, wenn du die Leu - te nicht ständig mit der Nase darauf stößt, dass du existierst.? Nun war Weidinger an der Reihe, höhnisch zu lachen. ?Mehlbaum, du Würstchen, du hast doch nur nicht verwunden, dass ich, der Bengel mit den dreckigen Pfoten, dieses mit proletarischem Dreck behaftete Schmuddelkind, das bei euch am Tisch dankbar die Reste gegessen hat, weil es zu Hause kein Cordon bleu und keine Mousse au Chocolat bekam und dem du mit ...

aus "Tödlicher Hermannslauf"
von Renée Pleyter (Autor)

Viele Jahre, tausende Jahre gingen durchs Land, ER blieb immer gleich. ER wurde benützt, weggeworfen, nie begehrt oder für schön empfunden. Bis er eines Tages von einer grossen Welle ins Meer geschleift, gespült, wurde. ER war sogar bis auf dem Meeresgrund und hat auch dort viele Abenteuer erlebt. ...

aus "Nun gehört ER mir"
von Margarete Margarete (Autor)

Pyknisch, klein, verzagt, Otto Elf war bis auf die blaue Augenfarbe äußerlich das Gegenteil von Otto Nullacht. Und seine Lebensumstände ebenfalls. Als einziger Sohn genoss Otto Elf die Kindheit und Jugend eines verhätschelten Kindes. Hochbegabt wie der Vater, schloss Otto Elf das Gymnasium als Landesbester ab. Das brachte ihmein Stipendium für das Studium der Physik ein. Otto Elf standen die Universitäten des Reiches offen, er entschied sich für Tübingen, die Stadt Schellings, Hegels, Hölderlins. Die Diplomarbeit wurde prämiert, ein Folgestipendium für die Promotion verliehen, eine Doktorandenstelle in Berlin angenommen. Berlin, die Reichshauptstadt. Der Abschluss dieser Promotion summa cum laude fiel bereits in die zwölf Jahre des tausendjährigen Reiches und löste große Heiterkeit aus. Das Jung-Genie geriet während des Rigorosums nämlich so in Fahrt, dass es mit beiden Händen gleichzeitig an der Tafel schrieb und zum Schluss auch mit beiden dem Führer seine Referenz erwies. Man applaudierte amüsiert. Um in Berlin dazuzugehören, trat der verweichlichte Otto Elf aus Karriereüberlegungen heraus in die SA ein. Und bereute es sofort ...

aus "Hüterin des Lichts"
von Andreas Abstreiter (Autor)

Nochmal mischen!